Ein Koffer der Erinnerung

Zwei Überlebende – Livia Bitton-Jackson und David Ben Dor – haben ihre Leidensgeschichte aufgeschrieben. In ihren Texten erzählen sie von dem, was ihnen in den Lagern widerfuhr. Im „Koffer der Erinnerung“ sind ihre Texte über die Zeit der Verfolgung, aktuelle Interviews als MP3, Bilder sowie ein Impulsfilm zu einem multimedialen Lernarrangement zusammengefügt, das entweder als Freiarbeitsmaterial oder als Klassenunterricht eingesetzt werden kann. Über die Themen Hunger, Erinnerung und Literatur nähern sich Schüler(innen) dem Schicksal der Autoren, nehmen Stellung und sprechen darüber, wie Erinnerung gestaltet werden soll, wenn es keine Zeitzeugen mehr gibt.

Die Überlebenden

Verfolgung, Flucht, Inhaftierung, Entrechtung und der Raub ihrer Menschenwürde in den Lagern haben sich unauslöschlich in die Erinnerung von Livia Bitton-Jackson und David Ben Dor eingegraben und ihr ganzes Leben gekennzeichnet. Heute blicken sie zurück und berichten, wie sie mit ihrer Geschichte umgegangen sind, was ihnen wichtig geblieben ist und welche Worte sie weitergeben möchten.

Die Bücher

Die Schicksale Livia Bitton-Jacksons und David Ben Dors sind unterschiedlich: In „1000 Jahre habe ich gelebt“ erzählt Livia Bitton-Jackson ihre Geschichte, die mit der Deportation im Jahre 1944 beginnt. Die damals 13-jährige findet in einer weiblich und religiös geprägten Gemeinschaft Zuwendung, Unterstützung und Halt in der Not, nachdem sie aus ihrer behütenden Kindheit herausgerissen wurde und in verschiedenen Lagern um das Überleben kämpfen muss.
David Ben Dor dagegen, der sich von seiner Familie und seinem Glauben radikal lossagt, bleibt allein und kann nur überleben, indem er zum „Mitschuldigen“ wird. In die „Die schwarze Mütze. Geschichte eines Mitschuldigen“ beschreibt er schonungslos offen, wie unmenschlich sein eigenes Verhalten unter der alltäglichen Todesangst in den Lagern wird.

Die Dokumente

Ausschnitte aus Interviews, in denen die Autoren von ihrem heutigen Leben und ihrer Motivation zu schreiben berichten, sind auf MP3-Playern im Koffer hinterlegt.
Zusätzlich steht eine Bildermappe zur Verfügung, die zur Reflexion von Erinnerungskultur anregt. Sie enthält Fotographien von Gegenständen, die Ausdruck individueller Erinnerung sind wie z.B. der Mütze David Ben Dors oder einer Notiz aus dem Jahr 1945, die Livia Bitton-Jackson bis heute aufbewahrt hat. Enthalten sind außerdem Kunstfotographien, die offizielle Erinnerungskultur wie z.B. die Monumente in Yad Vashem abbilden.

Materialien im „Koffer der Erinnerung“

- Leseexemplare von „1000 Jahre habe ich gelebt“ und „Die schwarze Mütze“
- Hörstationen mit Textauszügen
- Hörstationen mit Interviewauszügen aus dem Jahr 2012
- Impulsfilm
- 3 Stundenbilder, die auch als Stationen eingesetzt werden können
- Kopiervorlagen zu den Themen Hunger, Religion und Literatur
- Bildermappe (Zwei Sätze, A4 und A5)
- methodische Handreichung
- didaktische Grundlagenliteratur für die Hand des Lehrers