Ausstellung zum 27.01.2013

 an der Pädagogischen Hochschule Weingarten

Welche Formen bahnt sich Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus im 21. Jahrhundert? Mit dieser Frage beschäftigen sich Forscher(innen)  seit einigen Jahren im Projekt memoria21 an der Pädagogischen Hochschule Weingarten. Im Oktober 2012 unternahm das Projektteam – bestehend aus Studierenden und Dozenten – eine Reise nach Israel. Dort interviewten sie Livia Bitton-Jackson und David Ben Dor – zwei Überlebende des Holocaust – , die u.a. in Außenlagern in Schwaben und Bayern inhaftiert waren. In Seminaren waren die Texte der Überlebenden bereits intensiv besprochen worden; das Gespräch mit beiden machte deutlich, welche Lücke entstehen wird, wenn Zeitzeugen nicht mehr von ihren Erlebnisse erzählen können.

Die Texte von und Gespräche mit Livia Bitton-Jackson und David Ben Dor wurden in den vergangenen Monaten für die Arbeit mit Schüler(inne)n didaktisiert; am 25. Januar 2013 konnten die Materialien mit Realschüler(inne)n aus Ravensburg und Weingarten erprobt werden; dazu hatten die Studierenden Interviews und Texte in einem innovativ und medial abwechslungsreichen Lernsetting aufbereitet, das der Weitergabe von Erinnerung verpflichtet ist und immer wieder die unfassbare Frage berührt: Wie war das alles nur möglich?

Begleitend zum Angebot für die Schulen wurde die  Ausstellung „Erinnerung im Augen-Blick“ mit Fotografien von Ralf Schünemann erarbeitet; diese bietet einen Einblick in die Reise nach Israel und soll am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz für mehr als einen Moment zum Nachdenken einladen.
Die Ausstellung befindet sich im 1. Stock des Schlossbaus und kann während der Öffnungszeiten der Pädagogischen Hochschule besichtigt werden.

Der „Koffer der Erinnerung“ mit Unterrichtsmaterialien zum Thema „Lebensgeschichte nach dem Holocaust – Livia Bitton-Jackson und David Ben Dor“ kann für die Arbeit in Schulklassen ausgeliehen werden (Kontakt: www.memoria21.de). Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung „Erinnerung Verantwortung Zukunft“.

Workshops

Begegnungen mit Livia Bitton-Jackson und David Ben Dor

Termin: 25.01.2013 an PH Weingarten

Wie geht ein Leben nach dem Holocaust weiter?
Zwei Überlebende haben ihre Leidensgeschichte aufgeschrieben. In ihren Texten erzählen sie von dem, was ihnen in den Lagern widerfuhr. Heute blicken sie auf ein langes Leben zurück, berichten, wie sie mit ihrer Geschichte umgegangen sind, was ihnen wichtig geblieben ist und welche Worte sie weitergeben möchten.
In einer Ausstellung, drei Workshops (je 60 Minuten) und dem Lehrerzimmer werden die Lebensgeschichten von Livia Bitton-Jackson und David Ben Dor erzählt.

Ihre Texte über die Zeit der Verfolgung, aktuelle Interviews und Bilder werden zu einem multimedialen Lernangebot zusammengefügt, das eine aktive Beteiligung von den Schülerinnen und Schülern erfordert.

Kontakt: Julia Zieris, zierisj@ph-weingarten.de